Gebärmutterhalskrebsimpfung
Zurück zur Übersicht

Gebärmutterhalskrebsimpfung

Gebärmutterhalskrebsimpfung

Gebärmutterhalskrebsimpfung

Wieso sie so wichtig ist?

Neben den typischen Jugenduntersuchungen bei deinem Hausarzt oder deiner Hausärztin, steht in der Pubertät auch die Gebärmutterhalskrebsimpfung an, die du beim Frauenarzt oder der Frauenärztin durchführen lassen kannst. Aber du verstehst gar nicht, vor was genau sie dich schützen soll und auch von HPV hast du noch nie etwas gehört? Keine Sorge, hier bekommst du die wichtigsten Infos zum Thema Gebärmutterhalskrebsimpfung.

Wozu dient die HPV-Impfung?

Die HPV-Impfung schützt dich gegen Humane Papillomviren. Diese werden ausschließlich sexuell übertragen und kommen sehr häufig vor.

Allein 60 Prozent aller Frauen werden in ihren ersten 30 Lebensjahren mit dem Erreger infiziert, oft schon beim ersten Mal Sex. Ein Infekt mit dem Virus zeigt sich in vielen Fällen zwar symptomlos und heilt von allein wieder aus. Doch wenn es zu Komplikationen kommt, dann sind sie meist schwerwiegend: Es können beispielsweise Zellveränderungen entstehen, die sich meist am Gebärmutterhals bilden und sich zu Krebsvorstufen und Krebs entwickeln können.

Solche gefährlichen Mutationen werden beim jährlichen Check-up in der Gynäkologie-Praxis erkannt. Deshalb ist es so wichtig, dass du deine regelmäßigen Vorsorgetermine wahrnimmst. Damit es aber gar nicht erst zu einer HPV-Infektion kommt, bietet die Impfung dir den sichersten Schutz.

Wie wird HPV übertragen?

HPV wird fast ausschließlich über sexuellen Kontakt übertragen. Am häufigsten gelangen die Viren über Vaginal- und Analverkehr in den Körper. In seltenen Fällen werden sie beim Petting übertragen. Wenn du nicht geimpft bist, kann ein Kondom das Risiko vermindern, sich mit HPV anzustecken.

Welche Symptome treten bei einer HPV-Infektion auf?

Bekämpft dein Immunsystem die Erreger nicht still, können sich Symptomen bemerkbar machen. Bisher unterscheidet man bereits unter 200 HPV-Typen, die in Hochrisiko-Typen und Niedrigrisiko-Typen eingeteilt werden. Niedrigrisikotypen lösen die Entstehung von Warzen auf der Haut aus. Im Intimbereich zeigen sie sich gerne als Feigwarzen und sind hochansteckend, aber gut behandelbar. Hochrisiko-Typen können Zellveränderungen, am häufigsten am Gebärmutterhals, auslösen und sich mit der Zeit zu Krebsvorstufen und Krebs entwickeln.

Welche Impfstoffe gibt es?

In Deutschland gibt es derzeit zwei zugelassene Impfstoffe gegen HPV. Sie unterscheiden sich darin, dass einer einzig gegen die Hochrisiko-Typen 16 und 18 wirkt und der andere gegen eben diese und zusätzlich sieben weitere. Beide erfüllen somit den wichtigen Schutz gegen Hochrisiko-Typ 16 und 18, die für 70% der Gebärmutterhalskrebsfälle verantwortlich sind. 

Welche Nebenwirkungen hat die Gebärmutterhalskrebsimpfung?

Der Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs ist in der Regel gut verträglich und Impfkomplikationen sind selten. Nebenwirkungen, die auftreten können, sind z. B.:
 

  • Rötungen, Schmerzen und Schwellungen an der Einstichstelle
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Magen-Darm-Beschwerden

Ist die Gebärmutterhalskrebsimpfung Pflicht?

Vielleicht hast du schon einmal etwas von der Ständigen Impfkommission (kurz: STIKO) gehört. Diese gibt Impfempfehlungen für Deutschland und hat 2007 eine Empfehlung für die HPV-Impfung bei Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren ausgesprochen. Seit 2018 empfiehlt sie die Impfung auch Jungen im selben Alter. Denn auch bei ihnen können HPV eine Krebserkrankung auslösen. Damit ist die Impfung keine Pflicht, aber sie wird dringlich empfohlen. Im besten Fall wirst du gegen HPV geimpft, wenn du noch keinen Sex hattest, denn dann kannst du dich auch noch nicht mit HPV angesteckt haben und eine Impfung kann ihren bestmöglichen Schutz entwickeln. Ansonsten gilt die Prämisse: Je früher die Gebärmutterhalskrebsimpfung nachgeholt wird, desto besser.

Wer bezahlt die Gebärmutterhalskrebsimpfung?

Solange du unter 18 Jahre alt bist, wird deine Krankenkasse die Kosten für dich übernehmen. Bist du älter und gesetzlich krankenversichert, musst du für den vollständigen Impfschutz mit Kosten von bis zu 480 EUR rechnen. Das ist eine Menge Geld, aber deiner Gesundheit wegen solltest du die Impfung dennoch in Betracht ziehen.

Solltest du noch nicht geimpft sein, aber schon Sex gehabt haben, besprich mit deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin, ob er oder sie dir noch zur Impfung rät. Denn selbst wenn du dich bereits mit einem HPV-Typen infiziert hast, kann der Impfstoff dich vor einer Infektion mit einem anderen Typen schützen. 

Fazit

Die Gebärmutterhalskrebsimpfung ist eine wichtige Impfung, die du idealerweise vor deinem ersten Mal Sex bekommst. Sie kann dich vor einer Infektion mit HPV schützen, den Viren, die der häufigste Grund für Gebärmutterhalskrebs sind. Gemeinsam mit der jährlichen Krebsvorsorgeuntersuchung in deiner Gynäkologie-Praxis lässt sich das Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken stark reduzieren.