Endometriose

Endometrio- was?

Endometriose einfach erklärt

Endometriose ist eine Krankheit, die nur wenige kennen. Und das, obwohl sie zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen zählt. Die genaue Anzahl von Frauen mit Endometriose lässt sich allerdings nur vermuten. Man schätzt, dass allein in Deutschland jedes Jahr rund 40.000 Frauen daran neu erkranken – oft ohne es zu wissen. Denn bei vielen bleibt die Endometriose lange unentdeckt, sodass im Schnitt 10,4 Jahre bis zur sicheren Diagnose vergehen.1

Bereits vor über 100 Jahren gab es Aufzeichnungen über Patientinnen, die jeden Monat so starke Schmerzen während ihrer Periode hatten, dass sie in Ohnmacht fielen. Der Arzt und Pathologe Carl Freiherr von Rokitansky erkannte, dass Gewebe außerhalb der Gebärmutterschleimhaut dafür verantwortlich war, konnte die Ursache der Krankheit aber nicht klären2. Und obwohl seitdem schon so viel Zeit vergangen ist, gibt es bis heute keine vollständige Aufklärung zur Krankheit. Dennoch ist die Datenlage, in Bezug auf die Behandlung bei Endometriose heute ein ganzes Stück weiter.

Gewebe auf Abwegen

Bei einer Endometriose bildet sich gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle, das häufig zu Herden – auch Endometrioseherde genannt – zusammenwächst. Doch Gewebe, das außerhalb der Gebärmutter wächst, kann nicht auf natürlichem Wege über die Regelblutung aus dem Körper geleitet werden, also nicht abbluten. Als Folge dessen können Entzündungen, Narbengewebe oder Verwachsungen entstehen.

Die Entstehung und Entwicklung von Endometriose ist während der gesamten fruchtbaren Zeit einer Frau möglich, also der Zeit, in der sie durch den weiblichen Zyklus bedingt, schwanger werden kann. Was die genauen Risikofaktoren für eine Endometriose sind, kann aktuell nicht sicher gesagt werden. Die Dauer und Intensität der Regelblutung scheint allerdings einer der Hauptfaktoren zu sein. Deshalb vermutet man, dass Frauen, deren Regelblutung früh einsetzt und spät endet (Menopause) stärker gefährdet sind. In wenigen Fällen kann Endometriose auch bei Frauen vorkommen, die sich in der Menopause befinden bzw. sie schon durchlebt haben.

Diese seltene Form der Endometriose nennt man „postmenopausale Endometriose“. Außerdem scheint es eine genetische Veranlagung für Endometriose zu geben.

Organbefall bei Endometriose

Was sind die Symptome?

Heftige Schmerzen sind nur einer von vielen Hinweisen für eine mögliche Erkrankung

„Stell dich nicht so an.“ – Diesen Satz hast du sicherlich auch schon öfter gehört. Dabei können Außenstehende gar nicht beurteilen, was du aushältst: Endometriose zählt als eine der schmerzhaftesten, gynäkologischen Erkrankungen weltweit! Doch heftige (Regel-) Schmerzen sind nur einer von vielen Hinweisen für eine mögliche Erkrankung. Es gibt viele unterschiedliche Symptome, dennoch gibt es einige typische Anzeichen, die auf Endometriose hinweisen können.

  • Regelschmerzen
  • starke und unregelmäßige Blutungen und Schmierblutungen
  • leichte Anfälligkeit für Infekte, besonders während der Periode
  • Bauch-, Rücken- und Kreuzschmerzen außerhalb der Regel (können auch auf die Beine ausstrahlen)
  • Beschwerden beim Toilettengang
  • Schmerzen beim Sex und bei gynäkologischen Untersuchungen
  • Anhaltende Müdigkeit und starkes Erschöpfungsgefühl
  • extreme Stimmungsschwankungen
  • Übelkeit
  • Ohnmacht
  • unerfüllter Kinderwunsch

Grundsätzlich gilt: Sobald du durch deine Beschwerden nicht mehr in der Lage bist deinen Alltag normal zu leben und dich eines der Symptome einschränkt, nimm es ernst. Bitte denke nicht, dass du die Beschwerden aushalten musst, sondern suche deinen Frauenarzt oder deine Frauenärztin auf und sprich offen und ehrlich über deine Probleme. Lass nicht zu, dass die Endometriose dein Leben bestimmt. Auch wenn du bereits in Behandlung bist und sich deine Beschwerden nicht verbessern, solltest du Rücksprache halten, um die aktuelle Behandlungsmethode zu prüfen. Die Möglichkeiten für die passende Behandlung sind so individuell und vielfältig wie das Krankheitsbild selbst.

In unserer Rubrik Service kannst du dir eine Symptom-Checkliste für deinen nächsten Besuch bei deiner Gynäkologin/ deinem Gynäkologen herunterladen.

Quellen:

1. Hudelist G1. et al. (2012) Diagnostic delay for endometriosis in Austria and Germany: causes and possible consequences. Hum Reprod. (12):3412-6. doi: 10.1093/humrep/des316. Epub 2012 Sep 17

2. https://www.uksh.de/frauenklinik-luebeck/Leistungsspektrum/Endometriose.htm

ENDO-Talk mit Vivian

Vivian leidet seit 10 Jahren an Endometriose und klärt in ihrem Podcast und auf Instagram über die Krankheit auf. Sie gibt Tipps, die Mut machen und Betroffene stark machen sollen. Denn der Weg zur richtigen Diagnose „Endometriose“ ist oft lang und beschwerlich.

Hier geht es zum Interview.

ENDO-Talk mit Chrissi

Chrissi ist Bloggerin und schreibt ihre persönliche Geschichte vom Leben mit Endometriose auf ihrem Blog und auf Instagram nieder. Je länger der Leidensweg mit Endometriose, desto höher der Erfahrungswert. In dem Video berichtet Chrissi, was sie in den letzten Jahren über sich selbst und ihren Körper gelernt hat und sagt dir, was du vielleicht sogar Positives aus der Erkrankung ziehen kannst.

Hier geht es zum Interview.