Familienplanung
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Familienplanung: Ein international anerkanntes Menschenrecht

Familienplanung

Frei festlegen, wann es Zeit für Nachwuchs ist

Selber entscheiden zu können ob und wann man Kinder bekommen möchte, ist für die meisten Frauen, die in der westlichen Welt leben, ganz selbstverständlich – zum Glück! Heute dürfen Paare frei entscheiden, ob sie heiraten oder nicht und wie die eigene Familienplanung später einmal aussehen soll. Das war nicht immer so.

Die Pille brachte eine neue Sicht auf die Dinge

Noch bis in die 1950er Jahre hatten Frauen nicht die Macht den Zeitpunkt und die Anzahl ihrer Schwangerschaften zu bestimmen. Denn die Möglichkeiten für eine zuverlässige Verhütung waren nicht gegeben – was die Familiengründung quasi unplanbar machte. Durch die Erfindung der Pille änderte sich Anfang der 1960er Jahre die Werte-Einstellung zur Sexualität wesentlich: Die Leute begannen, Sex nicht nur als Notwendigkeit zur Fortpflanzung zu betrachten. Außerdem hatten Frauen durch die Anwendung hormoneller Verhütung endlich die Chance, sich sexuell auszuprobieren und selber über den Zeitpunkt einer Schwangerschaft zu bestimmen. Deshalb – und vor dem Hinblick der androhenden Bevölkerungsarmut – nahm sich auch die Politik diesem Thema an und legte das Recht auf Familienplanung als international erkanntes Menschenrecht fest.

50-jähriges Jubiläum: Ein Recht auf Familienplanung

1968 wurde von den Mitgliedstaaten der UN auf der Menschenrechtskonferenz in Teheran beschlossen, dass jeder Mensch das Recht darauf hat, selber entscheiden zu können, ob und wann er eine Familie gründet und wie viele Kinder er in die Welt setzt.

Dieses neu definierte Recht wurde einige Jahrzehnte noch einmal angefasst und 1995 auf der vierten UN-Weltfrauenkonferenz erweitert: Und zwar um das Recht von Frauen auf „sexuelle sowie reproduktive Gesundheit und Rechte“. Denn das war was besonders in den Entwicklungsländern nach wie vor ein zentrales Problem. Die UN-Mitgliedsstaaten beschlossen also, mit gesammelter Kraft für die Verbesserung unterschiedlichster Punkte zu sorgen, wie z. B: Gleichberechtigung von Mann und Frau, Zugang zu Bildung, hochwertige Dienstleistungen für Gesundheitsprävention, Aufklärung, Familienplanung.

Wie sieht es heute aus?

Während sich die selbstbestimmte Familienplanung in den westlichen Industrieländern durchgesetzt hat, ist die Lage in den Entwicklungsgebieten, wie z.B. Afrika und Asien, leider immer noch ganz anders: Millionen Frauen sind nicht aufgeklärt und haben keinen freien Zugang zu Verhütungsmitteln, oder ihnen wird die Entscheidung durch Druck und Gewalt verwehrt. Die Folge ist, dass rund 89 Millionen Frauen in Entwicklungsländern jedes Jahr ungewollt schwanger werden. Die meisten von ihnen sind weder mental noch finanziell dazu in der Lage, ein (weiteres) Kind zu ernähren und großzuziehen. Es ist nach wie vor ein großes Zie von vielen Politikern und Menschenrechtsorganisationen, dass Frauen weltweit sexuelle Selbstbestimmung erlangen und aufgeklärt werden. Denn so ließen sich einige schwerwiegende Probleme in den oft sehr armen Ländern lösen, etwa die Überbevölkerung, die hohe Verbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten, oder die qualvollen Sterilisationsmethoden, denen Frauen häufig ausgesetzt sind.

Aristo

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