Endometriose-Operation
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Endometriose-Operation

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Wenn Hormone und Schmerzmittel nicht wirken

In den letzten zwei Beiträgen haben wir bereits über das Thema Endometriose gesprochen. Was Endometriose ist , welche Symptome es gibt und wie du die Frauenkrankheit behandeln  kannst. In vielen Fällen schlägt eine medikamentöse Behandlung gut an und die Schmerzen können gelindert werden. Leider gibt es Frauen, bei denen diese Art der Therapie erfolglos bleibt. In diesen Fällen ist die nächste therapeutische Maßnahme ein operativer Eingriff. Sie ist die einzige Maßnahme, um sich ein genaues Bild der Endometriose zu verschaffen und Entzündungsherde direkt zu entfernen, so Prof. Dr. Daniela Hornung (Klinikdirektorin der Vidiakliniken, Standort Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe-Rüppurr, und eine international anerkannte Expertin auf dem Gebiet der Endometriose).

Die Bauchspiegelung (Laparoskopie)

Die Bauchspiegelung (Laparoskopie) ist die Standardoperation zur Diagnose und Therapie der Endometriose. Wird während der Untersuchung Endometriose festgestellt, kann das Gewebe mit einer Schere abgetrennt werden. Ein Teil des Gewebes geht anschließend als Probe in ein Labor, wo es genauer untersucht wird. Neben der Schere können in einigen Fällen auch Hochfrequenzstrom, Hitze oder Laser angewendet werden, um das Endometriose-Gewebe zu entfernen.

 

 

 

 

Laparoskopie
Die Bauchspiegelung (Laparoskopie)

 

 

 

Bauchspiegelung auf einen Blick

Wann und wozu? Zur Diagnose bei einem Verdacht auf Endometriose und zur Entfernung von Endometriose-Herden im Unterbauch.

Wo? Die Spiegelung kann ambulant oder stationär durchgeführt werden. Ob du anschließend zur Beobachtung im Krankenhaus bleibst, ist eine individuelle Entscheidung, die du mit deinem Arzt oder deiner Ärztin besprechen solltest.

Wie verläuft die OP? Bei der sogenannten Laparoskopie wird der Bauchraum unter Vollnarkose durch zwei bis vier kleine Schnitte geöffnet. Das ermöglicht dem Arzt oder der Ärztin einen guten Blick ins Innere, sodass er/sie mithilfe einer kleinen beleuchteten Videokamera freie Sicht in den Bauch hat. Auf diese Weise können die Organe im Bauchraum genau untersucht und auch kleine Endometriose-Herde ausfindig gemacht werden. Zusätzlich wird eine Gewebeprobe entnommen, die anschließend im Labor untersucht wird. Bei der Bauchspiegelung werden fast immer alle Endometriose-Herde entfernt. Ein Bauchschnitt ist nur in ganz seltenen Fällen nötig.

Tipp: Denk an bequeme Sachen wie Hosen mit weitem Gummizug, ein lockeres Schlafshirt und Schuhe zum Reinschlüpfen.

Wie lange? Eine Bauchspiegelung dauert zwischen dreißig Minuten und vier Stunden an. Bei kleineren Eingriffen kannst du das Krankenhaus bereits nach einem Tag wieder verlassen. Wie du dich nach einer OP fühlst, ist von Person zu Person unterschiedlich.

Keine Panik: Bauchspiegelungen sind bei der heutigen Technik ein sehr sicherer Eingriff und Standardoperation zur Diagnose und Therapie der Endometriose: „Die Laparoskopie ist eigentlich ein relativ kleiner Eingriff, der normalerweise nicht zu Komplikationen führt. Wenn die Endometriose sehr ausgedehnt sein sollte, z.B. dichte Verwachsungen (Adhäsionen) oder der Befall von anderen Organen wie Darm, Blase oder Harnleiter vorliegt, dann sind die Risiken der Operation dementsprechend auch etwas höher“, so Prof. Dr. Daniela Hornung. „Allgemeine OP-Risiken sind Blutungen, Infektion, Thrombose, Embolie oder Verletzung von anderen Organen. Auch die Narkose bringt einige spezifische Risiken mit sich, die aber bei ansonsten jungen und gesunden Patientinnen nicht extrem hoch sind“, meint sie.

Die OP wird in der Regel in einer kurzen Vollnarkose durchgeführt. Für dich bedeutet das: Bis auf die Narkoseeinleitung bekommst du nichts mit. Du wachst erst wieder auf, wenn der Eingriff vorüber ist.

Was kommt nach der Behandlung?

Endometriose ist leider eine Erkrankung, für deren Behandlung es kein garantiertes Rezept gibt. Zwar sind die Erfolgsaussichten bei operativen Maßnahmen am besten, dennoch kann sie auch nach dieser Behandlung langfristig wieder auftreten. Daher lohnt es sich, auch über den medikamentösen und operativen Tellerrand zu schauen und ergänzende Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, z.B. eine Kombinationstherapie wie Entspannungstechniken oder Akupunktur.

Nach einer ausgedehnten Operation oder, wenn die Beschwerden trotz umfangreicher Therapie anhalten, besteht die Möglichkeit, eine Rehabilitation oder „Anschlussheilbehandlung“ in Anspruch zu nehmen.

[1] Prof. Dr. Thomas Römer: Update – Endometriose, Langfristig weniger Schmerzen und mehr Lebensqualität. Webinar, 18.04.2018

 

 

 

Aristo

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