Ernährung und Endometriose
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Ernährung und Endometriose

Ernährung und Endometriose

Ernährung und Endometriose

Diese Lebensmittel können dir gut tun  

Die Diagnose Endometriose stellt dein Leben ordentlich auf den Kopf und bringt einige Umstellungen und zwangsläufige Veränderungen mit sich. Und da der Mensch bekanntlich ein Gewohnheitstier ist, fallen einige dieser Veränderungen nicht immer leicht – besonders, wenn es um das Thema Ernährungsumstellung geht. Doch eine bewusste Ernährung kann sich vor allem bei der Erkrankung Endometriose lohnen. Denn sie kann deine Symptome lindern und, insbesondere während deiner Periode, zu deinem Wohlbefinden beitragen.

Muss ich jetzt abnehmen?

Einige Untersuchungen und Studien lassen vermuten, dass es einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Endometriose geben könnte. Im Verdacht stehen dabei die sogenannten Dioxine[1]. Das sind Giftstoffe, die sich im Fettgewebe einlagern und dort nur sehr langsam abgebaut werden können. Beobachtungen zeigen, dass Endometriosegewebe, welches mit Dioxinen in Kontakt kommt, gereizt wird und sich entzündet. Daher liegt der Verdacht nah, dass ein erhöhter Körperfettanteil zu einem schwereren Krankheitsverlauf beitragen kann und deshalb unbedingt reduziert werden sollte.

 

Die Dioxinaufnahme verringern

Doch wie kommt dieses schädliche Dioxin überhaupt in unseren Körper? Die Antwort ist einfach: zu rund 90 Prozent über die Nahrung, vor allem über tierische Erzeugnisse. Dioxine entstehen nämlich zu einem großen Teil im Fettgewebe von Tieren – und wir nehmen es durch den Verzehr von Milch, Fleisch, Eiern, Fisch usw. in unserem Körper auf. Das bedeutet aber auch, dass du die Sache in die Hand nehmen und die tägliche Dioxinaufnahme gezielt durch deine Ernährung beeinflussen kannst.

Her mit den Antioxidantien!

Grundsätzlich gibt es keine spezielle Ernährungsform, die nur für Frauen mit Endometriose empfohlen wird. Vielmehr kannst du dich an den generellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) orientieren. Diese zielen auf eine ausgewogene Ernährung ab, die energiespendend und entzündungshemmend ist. 

Eine solche Ernährung kann dazu beitragen, dass Entzündungsherde im Körper nicht begünstigt werden. Dagegen entstehen durch eine falsche Ernährung in deinem Körper die „freien Radikale“. Das sind aggressive, sauerstoffhaltige Verbindungen, die sämtlichen Zellen schaden können. Sie zerstören Zellbestandteile wie den Zellkern oder die -membran und beeinflussen Vorgänge in den Zellen, wie die Zellteilung.

Die Aktivität der freien Radikalen kann die Beschwerden von Endometriose verstärken, weshalb ihnen unbedingt entgegengewirkt werden sollte – z. B. mit einer gezielten Ernährung, die viele Antioxidantien enthält. Antioxidantien sind sozusagen die Gegenspieler der freien Radikalen. Mit ihrer Hilfe kann der Körper Schäden verhindern oder sogar reparieren. Du kannst deine Nahrungsmittel so wählen, dass sie deinen Körper ganz gezielt unterstützen und bestimmte Endometriose-Beschwerden lindern. Idealerweise greifst du auf unverarbeitete, naturreine Produkte zurück und bereitest deine Mahlzeiten so gut es geht frisch zu.

 

Ernährung mit Endometriose: diese Lebensmittel sind empfehlenswert
  • Entzündungswidrig und stärkend für das Immunsystem

Omega-3-Fettsäuren z. B. in Wildlachs, Makrele, Hering Ginseng
Süßholzwurzel
Blütenpollen

Leinsamen
Gerstenmalz
Ananas
Brokkoli

  • Östrogensenkend

Kohl, z. B. Rosenkohl
Yamswurzel
Maracuja
Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen und Linsen

  • Für eine ausgeglichene Verdauung

Flohsamen, Chiasamen, Rhabarber
Pflaumen (-saft) und Feigen

  • Zur Linderung von Blähungen und Übelkeit

Kümmel, Fenchel, Anis, Petersilie, Dill
Ingwer
Pfefferminze

 

Ernährung mit Endometriose: Darauf solltest du besser verzichten

rotes Fleisch
Alkohol, Koffein und Nikotin
Industriezucker
Transfette, z. B. in Fast Food, Süßigkeiten und Backwaren
Histamin, z. B. in lang gereiften Käsetorten, Wein, Sekt, Bier und Essig sowie gegorenen Produkten
Milch und Milchprodukte
gebratene oder frittierte Speisen
Fertigprodukte

Du bist, was du isst ­– aber vor allem wie

Bei der Ernährung mit Endometriose kommt es auch darauf an, wie du isst. Achte darauf, dass du deine Mahlzeiten regelmäßig und in Ruhe zu dir nimmst und eher kleine Portionen wählst. So kann dein Körper die Nährstoffe verdauen, ohne gestresst zu sein und dir neue Energie verleihen. Besonders bekömmlich sind Nahrungsmittel, die leicht gedünstet oder blanchiert sind.

 

Wichtig ist, dass du deine Ernährung nicht als Stressfaktor, sondern als Ergänzung deiner Endometriose-Therapie siehst und ausprobierst, was dir und deinem Körper besonders gut tut. Versuche diese Einschränkungen als Chance zu sehen, deinen Lebensstil ab sofort gesünder zu gestalten. Das wird nicht nur deine schmerzhaften Symptome lindern, sondern dein gesamtes Wohlbefinden steigern.

 

Diese und weitere hilfreiche Tipps rund um den Umgang mit der Erkrankung Endometriose findest du in unserem Online-Ratgeber hier zum Download.

 

[1]Steck, T., Felberbaum, R., Kükper,W., Brucker, C., Finas, D.: Endometriose: Entstehung, Diagnose, Verlauf und Therapie (2011). Berlin: Springer Verlag, S. 31 ff.

 

Aristo

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